Es schrieb und schrieb tagein, tagaus
die hochbegabte Dichtermaus
Vers um Vers bis in die Nacht,
präzis‘ die Form und wohldurchdacht.

Doch – keiner wollt‘ es lesen.

Für Mäusefreunde keine Zeit,
von Mann, Familie, Kind befreit,
das Dichterpodium war ihr Ziel.
es blieb ein Traum – im Schreibexil.

Mit – leerem Schrank und nichts in ihrer Tasche.

Die Jahre gingen so dahin.
Fast blind und grau, doch klar der Sinn,
in Lyrikwerken, stapelweise,
unerkannt verstarb sie leise.

Das – war es dann gewesen.

Wohl zehn Jahrzehnte später
da – fand ein Hochgelehrter
ihre Werke und was von ihr geblieben.
Nun – steht es hier geschrieben
im Buch in meiner Tasche:

„Friede ihrer Asche“