Wir kennen fast alle die Redewendung „Da hat jemand den Bock zum Gärtner gemacht“. Gemeint ist damit, dass jemand eine Stelle besetzt, an der er*sie mit seinen*ihren Fähigkeiten, seinen*ihren Intentionen und dem eigenen Mindset alle Möglichkeiten hat, maximalen Schaden anzurichten.

Ein solcher Fall ist die Besetzung des Wirtschaftsministeriums mit der ausgewiesenen Energie-Lobbyistin Katherina Reiche. Reiche stellt alle Weichen im Sinne der fossilen Energiekonzerne, denen sie offenbar noch immer hörig ist, anstatt ihr Wirken in den Dienst der gesamten Bevölkerung des Landes zu stellen (wie es ihre Pflicht als Wirtschaftsministerin wäre). Des Weiteren bemüht sie sich nach Kräften, die dringend überfällige Energiewende auszubremsen. Ein paar Stichpunkte gefällig?

  • Reiche stellt sich gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, das das Ziel hätte, den Kraftstoffverbrauch zu senken
  • Recherchen des Spiegel zufolge hat Reiche den Gaskonzern EnBW um Vorschläge gebeten, wie man zugunsten von Gaskraftwerken gegen Batteriespeicher argumentieren könne
  • Reiche setzt sich für die Streichung der Förderung von kleinen Solarenergie-Anlagen (Balkonkraftwerke) ein
  • Anlagenbetreiber erhalten in bestimmten Fällen keine Entschädigung mehr, wenn Wind- oder Solaranlagen wegen überlasteter Netze (sogenanntes Einspeisemanagement) abgeregelt werden müssen.
  • Reiche fördert mit hoher Priorität den Netzausbau der Stromnetze anstatt den Ausbau (dezentraler) erneuerbarer Energieträger voranzutreiben (denn das liefe den Interessen der Energiekonzerne zuwider, die von Zentralisierung leben)

Reiche tut dies alles im Angesicht stetig steigender Öl- und Gaspreise und einer unübersehbaren Abhängigkeit der fossilen Energiewirtschaft von ausländischen Lieferungen. Mit anderen Worten: Das Wirken der aktuellen Bundeswirtschaftsministerin ist ein Totalausfall, ein Desaster für die Bevölkerung und die Wirtschaft (mit Ausnahme der fossilen Energiekonzerne).
Ebenfalls Recherchen des Spiegel zufolge schickt sich Reiche an, Kernaufgaben des Bundeswirtschaftsministeriums (für die das zuständige und notwendige Personal ohnehin aus Steuermitteln finanziert wird) an externe Berater auszulagern. Es stellt sich die Frage: „Traut Reiche den staatlichen Bediensteten nicht zu, die Entscheidungen des Wirtschaftsministeriums im Sinne ihrer fossilen Politik zu lenken?“

Ich kann aus all dem nur eine Schlussfolgerung ableiten: Reiche ist das Musterbeispiel einer Fehlbesetzung™ und gehört dringend abgelöst.