Beitrags-Übersicht

Frost

31.10.2025 von

Themen: Lyrik

Ihr sprecht von Not, in euren warmen Hallen,
wo euch kein Sturmwind an die Wangen schlägt.
Ihr nennt sie fremd, lasst ihre Hoffnung fallen,
wenn Elend sie an eure Schwellen trägt.
Und wie ihr sprecht, so kühl und unbewegt,
als wärt ihr längst aus Stein anstatt aus Blut.
Gefühle sind aus Herzen fortgefegt,
Sie pochen noch, doch ohne jede Glut.…

Kain und Abel

24.10.2025 von

Themen: Lyrik

In längst verflossnen Erdenzeiten,
da stritten heftig, voller Eitelkeiten,
die Brüder Kain und Abel deftig,
der eine klug, der andre kräftig.

„Die Gunst der Maid sei mir vergönnt!“,
vergnügt sprach Abel: „Denn ich könnt,
ihr bieten einen Goldpalast,
bei dir lebt sie auf einem Ast!“

Sein Bruder Kain ward grimmig rot
und wünschte seinen Bruder tot:
„Du Bratenrock, bei deinem Geiz,
erliegt sie eher meinem Reiz.“…

„Arbeitsplätze erhalten“ über alles? – Teil 2

Mindestlohn im Spannungsfeld

Der gesetzliche Mindestlohn wird oft als Maßnahme zur Sicherung und Verbesserung von Arbeitsplätzen verkauft, weil er Beschäftigte vor Lohndumping und Ausbeutung schützt. Politiker und Interessenvertretungen argumentieren, dass der Mindestlohn nicht nur zu einem besseren Einkommen, sondern auch zu mehr Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt beiträgt – und damit Arbeitsplätze „erhält“.…

Eine Welt auf Augenhöhe – Teil 9

Das Patriarchat ist nicht monolithisch

Wenn wir vom Patriarchat sprechen, denken viele an ein universelles System der Unterdrückung, das alle Frauen gleichermaßen betrifft. Doch in Wirklichkeit ist das Bild viel komplexer. Nicht jede Frau erfährt Diskriminierung auf die gleiche Weise, und nicht jeder Mann profitiert gleichermaßen von patriarchalen Strukturen. Das Konzept der Intersektionalität, geprägt von der Juristin und Wissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw, hilft uns zu verstehen, wie sich verschiedene Formen der Unterdrückung überlappen und gegenseitig verstärken können.…

„Arbeitsplätze erhalten“ über alles? – Teil 1

Die Formel „Arbeitsplätze erhalten“ wird in politischen und medialen Debatten oft als universeller Rechtfertigungsgrund für wirtschaftliche, soziale oder sogar ökologische Maßnahmen verwendet – doch sie ist analytisch leer und dient häufig dazu, soziale Ungleichheiten oder harte Einschnitte abzufedern oder zu legitimieren.

Was steckt hinter dem Argument mit den wegfallenden Arbeitsplätzen?

Das Schlagwort wird vorrangig eingesetzt, um wirtschaftspolitische Entscheidungen – etwa Subventionen, Industrieerhalt, Großprojekte oder Deregulierungen – zu rechtfertigen, unabhängig von der Qualität der Arbeitsplätze oder ihrer gesellschaftlichen Sinnhaftigkeit.…

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