Hendrik Streeck und die „teueren Alten“

Man muss das einmal wirklich zu Ende denken. Da schwadroniert ein mit 48 Jahren noch relativ junger Virologe darüber, dass alte Menschen doch bitte die Gesundheitssysteme nicht weiter belasten sollen, indem man ihnen teure Medikamente vorenthält.

Nicht irgendein Virologe, wohlbemerkt, sondern ein CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit: Prof. Dr. Hendrik Streeck.

Bin ich damit allein, dass mir da so ungute Begriffe durch den Kopf schießen wie „Euthanasie“, „unwertes Leben“ …?

Wer entscheidet denn, ob das Leben alter Menschen lebenswert oder gar schützenswert ist?

Als Mediziner ist auch Herr Streeck an den hippokratischen Eid gebunden, der unter Anderem folgende Passage beinhaltet:
„Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.“ Der gesamte Eid enthält keine einzige Passage, die über das Maximalalter der zu behandelnden Personen Auskunft gäbe!
Des Weiteren räumt unser Grundgesetz jeder Person eine unantastbare Würde und das uneingeschränkte Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ein. Eine Unterscheidung zwischen Alt und Jung sieht die Rechtsnorm nicht vor.

Wo kommen wir hin, wenn wir zum Beispiel aus wirtschaftlichen Abwägungen ernsthaft in Betracht ziehen, bestimmten Gruppen von Menschen die notwendige Behandlung oder Medikation vorzuenthalten? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir da schon einmal waren. Oder sind wir in Wirklichkeit schon wieder da angekommen?
Von Vertreter*innen der ultrarechten hätte ich das tatsächlich weit eher erwartet als von einem Vertreter der eher gemäßigt konservativen CDU.

Ich kann dazu nur eines sagen: „Herr Streeck, Sie sollten sich ernsthaft in Grund und Boden schämen! Sie sind nicht wert, sich als Mediziner zu bezeichnen! Und hören Sie und Ihre Parteigenossen endlich auf, sich mit derartigen Überlegungen dem ultrarechten Rand anzubiedern, Sie erreichen damit nur, dass dieser salonfähig wird!“