Lyrik
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Ein Mann im Anzug: Jeden Tag dieselbe Bank, dieselbe Thermoskanne, dieselbe Zeitung, derselbe Blick. Die Welt zieht an ihm vorbei – Kinder, Paare, Licht und Leben. Und doch bleibt er stehen – festgeschrieben in seiner Routine, die mehr verbirgt als sie zeigt. Erst mit der Nacht bricht die Fassade – leise, unspektakulär, und gerade deshalb…
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Ihr sprecht von Not, in euren warmen Hallen,wo euch kein Sturmwind an die Wangen schlägt.Ihr nennt sie fremd, lasst ihre Hoffnung fallen,wenn Elend sie an eure Schwellen trägt.Und wie ihr sprecht, so kühl und unbewegt,als wärt ihr längst aus Stein anstatt aus Blut.Gefühle sind aus Herzen fortgefegt,Sie pochen noch, doch ohne jede Glut.Wer Wind und
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In längst verflossnen Erdenzeiten,da stritten heftig, voller Eitelkeiten,die Brüder Kain und Abel deftig,der eine klug, der andre kräftig. „Die Gunst der Maid sei mir vergönnt!“,vergnügt sprach Abel: „Denn ich könnt,ihr bieten einen Goldpalast,bei dir lebt sie auf einem Ast!“ Sein Bruder Kain ward grimmig rotund wünschte seinen Bruder tot:„Du Bratenrock, bei deinem Geiz,erliegt sie eher



